Vorlesungsankündigung

Titel: doing genre. Einführung in die Gattungstheorie und -geschichte
Termine: Wintersemester 2014/15, mittwochs, 14 bis 16 Uhr, ab 22. Oktober 2014


Die Vorlesung will der heute so selbstverständlichen Gattungstrias aus systematischer und historischer Perspektive auf den Grund gehen und ihr etwas von ihrer (historisch ohnehin höchst fragwürdigen) Selbstverständlichkeit nehmen. Dabei soll – u.a. in Anlehnung an Teile der Performanz- und Genderforschung und deren Theoreme des doing und des undoing gender – davon ausgegangen werden, dass Gattungen, Genres nicht einfach gegeben sind, sondern gemacht werden: von Dichterinnen und Poetologen, von Literaturtheoretikerinnen und Literaturhistorikern, von Kritikern, Verlegerinnen, Buchhändlern, Bibliothekarinnen – und nicht zuletzt von den Leserinnen und Lesern. Gattungen in diesem Sinne als Genres, und d.h. in der hier verfolgten Interpretation: als Effekte sozialer Konstruktions- und Aushandlungsprozesse zu begreifen, bedeutet dann auch, nach den Begehrlichkeiten, nach den Interessen zu fragen, die hinter den generischen Ordnungen der Literaturwissenschaft, des Literaturjournalismus und der Literatur stehen. Was für Ansprüche, was für Interessen, so wird entsprechend zu fragen sein, haben an der Etablierung der Trias als generischer Ordnung mitgearbeitet

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